Inhaltsverzeichnis:
- Vorwort
- Schönheit und Tragik
Das kurze rätselhafte Leben von König Ludwig II. von Bayern - Refugium am Starnberger See
Aufenthalte von Ludwig II. in Schloss Berg - Die letzten Tage von König Ludwig II.
Amtsenthebung, Internierung, geheimnisvolles Ende - Januar, Februar, März, April, Mai, Juni 1886
Vorarbeiten und Ausfertigung des Entmündigungsgutachtens für König Ludwig II. - Mittwoch, der 09. Juni 1886
Aktion 1. Fangkommission - Erster Versuch den König zu entmündigen - Donnerstag, der 10. Juni
1. Fangkommission in Neuschwanstein - Prinz Luitpold übernimmt die Regentschaft - Rückkehr der 1. Fangkommission nach München - Freitag, der 11. Juni 1886
Ludwigs letzter freier Tag - Verschiedene Aktionen des Königs - Gegenaktion aus München - Abreise der 2. Fangkommission - Samstag, der 12. Juni 1886
2. Fangkommission in Neuschwanstein - Gefangennahme des Königs - Überführung nach Schloss Berg - Pfingstsonntag, der 13. Juni 1886
Letzter Lebenstag König Ludwigs und seines Arztes Dr. Gudden - Letzter Spaziergang - Tod im Starnberger See - Pfingstmontag, der 14. Juni 1886
Der König und sein Arzt sind tot - Die Bevölkerung an die Bahre - Untersuchungen der Unglücksstelle - Totenmaske - Überführung der Leiche nach München - Dienstag, der 15. Juni 1886
Sektion der Königsleiche - Einbalsamierung - Aufbahrung - Mittwoch, der 16. Juni 1886
Die Bevölkerung nimmt Abschied vom toten König - Donnerstag, der 17. Juni 1886
Beerdigung Dr. Guddens - Totengericht - Freitag, der 18. Juni 1886
Vorbereitung der Beisetzung des Königs - Anreise der Trauergäste - 12 Theorien zum Tode Ludwigs - Samstag, der 19. Juni 1886
Beisetzung des Königs in der St. Michaelskirche - Sonntag, der 20. Juni 1886
Beleidigung der Minister durch die Presse - Montag, der 21. Juni 1886
Totenmessen für Ludwig II. in München und Feldafing - Freitag, der 25. Juni 1886
Letzte Tatortbesichtigung - Das Rätsel um Ludwigs II. Tod - so gut wie gelöst
- Anhang
- Ereignisse nach dem Tod von König Ludwig II.
- Zeittafel des Lebens von König Ludwig II.
- Zeitplan der letzten Lebenstage von König Ludwig II. im Überblick
- Literaturverzeichnis, Bildernachweis
Informationen zum Buch:
Alfons Schweiggert, ein uns schon sehr bekannter Autor in Sachen Ludwig II., hat ein neues Buch über den Märchenkönig veröffentlicht. Diese neue Veröffentlichung befasst sich aber nicht mit dem ganzen Leben des Königs, sondern nur mit seinem Tod. Der Aufbau der einzelnen Kapitel ist für den Leser sehr praktisch. Durch die chronologische Einteilung, welche nicht nur Tage, sondern auch Stunden und manchmal Minuten nennt, verliert der Leser nie den Überblick, was bei manchen anderen Büchern der Ludwigliteratur der Fall ist.
Das Buch beginnt mit einem kurzen Überblick über das Leben Ludwigs. Dann folgt ein Kapitel über Schloss Berg das letzte Refugium des Königs. Mit Beginn des Jahres 1886 fängt eigentlich der Hauptabschnitt des Buches an, wenn auch die Monate Januar, Februar, März, April, Mai und der Anfang Juni noch schnell abgehandelt werden.
Ab dem 9. Juni geht der Autor minuziös vor. Am Schluss werden noch einige Ereignisse aufgelistet, welche nach dem Tod des Königs stattgefunden haben. Eine allgemeine Zeittafel ist ebenfalls vorhanden. Nun hat Schweiggert, was ich gut finde, in einer Kurzform nochmals den genauen Zeitplan der letzten Lebenstage, wie sie im Buch beschrieben sind, aufgelistet. Am Ende folgt dann das Literaturverzeichnis.
Ein Lob für die vielen zeitgenössischen Fotos und Zeichnungen, die das Geschehen prächtig abrunden. Ein Sonderlob für Alfons Schweiggert, er ist ein guter Zeichner, der überall dort wo es kein Bildmaterial gibt eigene Zeichnungen angefertigt hat. Besonders gut finde ich die Lage- und Ablaufpläne die das Geschehen verdeutlichen und die Tathergänge besser nachvollziehbar machen.
Rezension:
Nachdem Schweiggert in einer seiner früheren Veröffentlichungen bereits Kindheit und Kronprinzenzeit aufgearbeitet hat ist nun das Lieblingsthema aller Ludwigverehrer, das schreckliche Ende des Königs, an der Reihe. Mehr als 100 Jahre nach dem Tod König Ludwigs II. von Bayern kursieren immer noch wilde Gerüchte und oft recht fragwürdige Spekulationen um seinen geheimnisvollen Tod. Doch so mysteriös wie bisher angenommen ist das Ende des bayerischen Märchenkönigs längst nicht mehr, das meint zumindest der be-kannte Münchner Schriftsteller Alfons Schweiggert. Er versucht dies zu verdeutlichen, indem er einen anderen Weg geht wie die meisten Autoren welche über Ludwig II. schreiben. Er zeichnet den Ablauf der letzten Lebenstage des Monarchen minuziös, wie in einem Tagebuch, auf.
Auf diese Weise erlebt der Leser die letzten einhundertzwanzig Lebensstunden König Ludwigs II., die 5 Tage vor und die 8 Tage nach seinem Tod in allen Einzelheiten mit.
Was das Buch für mich so lesenswert macht ist die Tatsache, dass Alfons Schweiggert nicht versucht eine neue sensationelle Theorie zu entwickeln und auch nicht versucht dem Leser seine Meinung aufzuzwingen. Schweiggert bringt Fakten, viele bereits bekannte aber auch eine Menge bisher unbekannte, welche er chronologisch aufbereitet, leicht lesbar in kurze Absätze zusammenfasst und für den Leser auf eine spannende Art und Weise niederschreibt. Man liest in dem tagebuchartig aufgebauten Werk wie in einem Krimi, es wird von Seite zu Seite immer spannender, man ist gefesselt und man möchte nicht aufhören, bis man auch den letzten Buchstaben gelesen hat. Ich habe noch selten ein Buch so schnell zu Ende gelesen wie dieses, obwohl ich die meisten der einzelnen Fakten ja bereits kenne. Hat man das Buch zu Ende gelesen kann man sich seine eigene Meinung bilden und zu einem für sich überzeugenden Urteil kommen. Jeder wird allerdings zu einem eigenen Urteil gelangen, was auch gut so ist, denn wir wollen alle noch lange weiterrätseln und weitere spannende Bücher lesen.
Fazit: Trotz der klaren Faktenlage, wie sie Schweiggert uns aufbereitet hat, ist das Ende des Rätsels Ludwig II. noch lange nicht in Sicht. Es wird sicherlich auch nicht das letzte Buch zu diesem Thema sein.
Bei allem Lob für dieses Buch gibt es eine Sache die mir nicht gefällt und die für ein Werk, wie es das vorliegende ist, selbstverständlich sein sollte. Ich meine, es wäre gerade bei diesem Buch wichtig gewesen, nicht einfach ein allgemeines Quellenverzeichnis an das Ende zu stellen, sondern jeden Fakt mit einem Quellennachweis zu versehen, so dass man nach-vollziehen kann, woher der Autor seine Informationen hat. Die meisten Leser mag das zwar nicht interessieren, aber aus meiner Erfahrung mit den Lesern unserer Internetseite weiß ich, wie wichtig diese Information vielen Leuten ist. Mir wäre es auch wichtig gewesen.
Dieses Buch ist sehr zu empfehlen.