* 13. 4. 1229 in Heidelberg
† 2. 2. 1294 in Heidelberg
Grabstätte: Kirche des Zisterzienserklosters in Fürstenfeldbruck Die Söhne und Nachfolger Herzog Ottos II. teilten 1255 das Herzogtum in Oberbayern (Hauptstadt: München) und Niederbayern (Hauptstadt: Landshut). Während Heinrich und der niederbayerische Landesteil die Funktion der Grenzsicherung gegen Osten übernahm, wandte sich Ludwig im Westen, vor allem in seiner Funktion als Pfalzgraf bei Rhein, mehr der Reichspolitik zu. Er unterstützte seinen Neffen Konradin, den letzten Staufer, und erhielt nach dessen Enthauptung in Neapel 1268 aus dem Erbe wichtige Besitzungen in Schwaben. Danach entschied er mit seiner pfälzer Kurstimme die Wahl Rudolf von Habsburg zum deutschen König und heiratete in 3. Ehe dessen Tochter.
Den Beinamen "der Strenge" erhielt er, weil er seine erste Ehefrau, Maria von Brabant, nachdem er von einem angeblichen Ehebruch erfahren hatte, ohne weitere Nachprüfung sofort enthaupten ließ. Zur Sühne für diese vielleicht ungerechtfertigte Tat gründete er das Kloster Fürstenfeld(bruck).
In beiden Landesteilen verstanden es die Brüder, die adeligen Landherren und Ritter als Räte an sich zu binden und in die Gestaltung der Politik einzubeziehen. Der mehr oder weniger ständig tagende Rat in Oberbayern kann als Vorläufer der Landesregierung angesehen werden.