* 27. 05. 1756 in Mannheim
† 12./13. 10. 1825 in Schloß Nymphenburg
Grabstätte: Theatinerkirche in München Da Karl Theodor ohne erbberechtigte Nachkommen starb, fiel das Kurfürstentum an die Wittelsbacher Seitenlinie Pfalz Zweibrücken-Bischweiler-Birkenfeld. Max Joseph, der Chef dieses Familienzweiges, war als Offizier in der königlich-französischen Armee in Straßburg tätig; sein angestammtes Herzogtum Zweibrücken war seit 1795 von den französischen Revolutionstruppen besetzt.
Das Münchener Erbe trat er 1799 unter den schwierigen Bedingungen der Napoleonischen Kriege an. Mit seinem wichtigsten Berater, Graf Montgelas, an der Seite, gelang es ihm durch kluge politische Schachzüge, eine erhebliche Vergrößerung Bayerns und die Erhebung zum Königreich am 1.1.1806 zu erlangen. Außerdem wurde seine Tochter mit dem Stiefsohn Napoleons, Eugen Beauharnais, verheiratet. Als Ersatz für die linksrheinischen, an Frankreich verlorenen Gebiete wurden zunächst die geistlichen Besitzungen dem Staat zugeschlagen; nach Auflösung des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation wuchs Bayern schließlich um Franken und Schwaben, kurzfristig auch um Tirol. Dieses heterogene Gebilde mit unterschiedlichen rechtlichen und kulturellen Traditionen formte Montgelas zu einem geschlossen Staat mit moderner Ministerialbürokratie. Bayern erhielt 1808 eine erste Verfassung und 1818 eine Konstitution, in der die Rechte und Pflichten der Bürger und ihre Teilhabe am Staatswesen durch eine repräsentative Ständevertretung niedergelegt waren - der Staat wurde damit zu einer konstitutionellen Monarchie.
Im Bündnis mit Napoleon mußten 34.000 bayerische Soldaten am Rußland-Feldzug teilnehmen - nur etwa 1.000 kamen zurück (an die Gefallenen erinnert der Obelisk am Karolinenplatz). Im rechten Moment veranlaßte Montgelas seinen König, auf die Seite der Allianz zu wechseln, die Napoleon in die Knie zwang. So konnte Bayern nach dem Wiener Kongreß 1815 einen großen Teil der erworbenen Gebiete behalten und zu einem führenden Mittelstaat zwischen Österreich und Preußen im Deutschen Bund werden.
Max I. Joseph war ein leutseliger und populärer König. Er suchte den Kontakt zum Volk, dem er ein Symbol für den Zusammenhalt des neuen Staates wurde. Aus seinem persönlichen Vermögen gab er viele Almosen aus. Selbst mit einer Protestantin verheiratet, führte er schrittweise die religiöse Toleranz in Bayern ein.
Trotz der schweren Belastungen durch die Kriegsereignisse konnte Max I. Joseph seinem Sohn einen wohl geordneten Staat mit moderner Verwaltung und einem der Größe entsprechen dem Gewicht im Konzert der europäischen Mächte hinterlassen.