* 11. 12. 1724 in München
† 16. 2. 1799 in München
Grabstätte: Theatinerkirche in München
Nach den Hausverträgen der Wittelsbacher fiel nun das gesamte Erbe an Karl Theodor, seit 1728 Markgraf von Bergen op Zoom, seit 1733 auch Herzog von Pfalz-Neuburg-Sulzbach und seit 1743 auch Kurfürst von Jülich-Berg und der Pfalz. Bei seinem Einzug in München 1777 schlugen dem neuen Landesherrn nicht nur Sympathien entgegen: Ihm wurde nachgesagt, daß er Bayern zugunsten einer Erweiterung der Pfalz zu einem "Königreich Burgund" an Österreich abtreten wollte. Diesen Plänen widersetze sich nicht nur die altbayerische Opposition unter der Kurfürstin-Witwe Maria Anna, sondern vor allem auch König Friedrich II. von Preußen, der diese Machtkonzentration der Habsburger erfolgreich verhinderte. Die Unbeliebtheit des Herrschers zeigt sich auch daran, daß die Münchner den nach ihm bezeichneten Karlsplatz bis heute lieber "Stachus" nennen.
Bereits in seinen anderen Besitzungen erwies sich Karl Theodor jedoch als toleranter Reformer im Sinne der Aufklärung. Am Vorabend der französischen Revolution legte er die Grundlagen für einen fortschrittlichen Staat. Er setze die Kultivierung des Landes und die Modernisierung der Behörden fort, reduzierte allzu üppiges Brauchtum und kirchliche Rituale. Die soziale Lage der Bauern sollte durch die Möglichkeit verbessert werden, daß sie selbst das Eigentum des von ihnen bebauten Bodens erwerben konnten. Gegen die geheimen Umsturztendenzen des freimaurerischen Illuminaten-Ordens ging er jedoch scharf vor. Einer seiner wichtigsten Berater war Benjamin Thompson (Graf Rumford), dem München die Anlage des Englischen Gartens verdankt. Mit der billig herzustellenden Rumford-Suppe wurden die Armen gespeist und ihnen in Arbeitshäusern oder Manufaktu-ren Gelegenheit geboten, Geld zu verdienen.
Aus seiner früheren Residenz in Mannheim brachte er nicht nur wertvolle Sammlungen mit nach München, z.B. eine Gemäldegalerie und eine Kupferstichsammlung, sondern auch hervorragende Künstler und Musiker. Er förderte das Theater und die deutsche Oper, insbesondere Mozart.
Ohne legitime Nachkommen starb Karl Theodor am 16.2.1799 in München.