* 28. 3. 1727 in München
† 30. 12. 1777 in München
Grabstätte: Theatinerkirche in München Der neue Kurfürst schloß sofort Frieden mit Österreich und begann mit dem Wiederaufbau des Landes. Dafür setzte er, genauso wie bei der großen Hungersnot 1770, auch sein privates Vermögen zur Linderung der größten Not ein; das Volk verleiht ihm dankbar den Namen "der Vielgeliebte". Durch drastische Einsparungen in der Hofhaltung konnte er schon bald die vom Vater übernommenen Schulden halbieren. Von Prof. Ickstatt, einem frühen Anhänger der Aufklärung in Bayern, erzogen, tat er viel für die Modernisierung des Landes, insbesondere auch für die Hebung der Wirtschaft und der allgemeinen Bildung. Er entwickelte die Volksschulen, gründete eine Zeichenschule für angehende Architekten, Maler und Ingenieure und 1759 die Bayerische Akademie der Wissenschaften. Neben anderen frühen Industrie-Unternehmen rief er 1761 die sehr profitable Nymphenburger Porzellan-Manufaktur ins Leben. In einer Landwirtschaftlichen Akademie sollten die Verfahren zur Tier- und Pflanzenzucht entwickelt und damit die Erträge der Bauern verbessert werden. Die wichtigsten Gesetze wurden durch den fähigen Juristen Kreittmayr neu formuliert.
1750 ließ der außergewöhnlich musikalische Kurfürst durch François Cuvilliés das berühmte Rokokotheater in der Münchener Residenz erbauen; Dank glücklicher Umstände überlebte die Innenausstattung die Bombennächte des 2.Weltkriegs.
Die glückliche Ehe mit der polnischen Königstochter und sächsischen Prinzessin Maria Anna Sophie blieb kinderlos. 1777 starb daher mit Max III. Joseph die von Kaiser Ludwig dem Bayern herrührende bayerische Linie der Wittelsbacher aus. Das Erbe trat die rudolfinische Linie aus der Pfalz an.