* 6. 8. 1697 in München
† 20. 1. 1745 in München
Grabstätte: Theatinerkirche in München Bereits durch die 1546 erfolgte Heirat Albrecht V. mit einer Habsburgerin, der Tochter Kaiser Ferdinand I., glaubte das Haus Wittelsbach, Erbansprüche im Falle des Aussterbens der österreichischen Nachbarn im Mannesstamm stellen zu können. Schon Ferdinand hatte jedoch auch die weibliche Erbfolge vorgesehen, die durch die Pragmatischen Sanktion von 1713 bekräftigt wurde.
Als 1740 mit Karl VI. der letzte männliche Habsburger starb, fühlte Kurfürst Karl Albrecht von Bayern sich dennoch als legitimer Erbe der österreichischen Lande. Seine Ansprüche gegen die Kaisertochter Maria Theresia konnte er allerdings militärisch nicht durchsetzen, wohl aber seine Wahl zum König von Böhmen (1741) und zum Kaiser (1742). Die Krone empfing er aus der Hand seines Bruders, Fürstbischof Klemens August von Köln, im Rahmen einer pompösen Krönungsfeierlichkeit in der alten Kaiserstadt Frankfurt. Während dessen hatten die österreichischen Truppen bereits seine Hauptstadt München erobert und begonnen, das Land auszupressen. Die Wende führte Friedrich II. von Preußen herbei, der die Kräfte der Habsburgerin Maria Theresia in Schlesien band. Nur wenige Monate vor seinem Tode im Januar 1745 konnte Karl Albrecht aus dem Exil nach München zurückkehren.
Unter Karl Albrecht hielt das Rokoko in München Einzug. Cuivilliés und Effner waren die Hauptvertreter des neuartigen Kunststil. In diesem Geschmack ließ er die Räume der Residenz neu ausstatten, die durch einen verheerenden Brand vernichtet waren, und die Amalienburg im Nymphenburger Schloßpark errichten. Zwischen München und Nymphenburg plante er eine neue Stadt, die seinen Namen tragen sollte. Bei allem zeittypischen Luxus, mit dem er sich umgab, galt er doch als ernster, unermüdlich fleißiger Landesvater und tapferer Soldat.