* 11. 7. 1662 in München
† 26. 2. 1726 in München
Grabstätte: Theatinerkirche in München
Kunst und Militär bestimmten das Leben des "Blauen Kurfürsten" Max Emanuel. Nach einer gründlichen Reform des bayerischen Heeres beteiligt er sich erfolgreich an den Türkenkriegen. 1683 half er dem Kaiser bei der Entsatzung Wiens, 1688 eroberte er Belgrad.
Die Ehefrau Max Emanuels war eine Enkelin des spanischen Königs Philipp IV. Bereits 1691 wurde er zum Statthalter in den spanischen Niederlanden ernannt. In den folgenden Jahren hielt er sich mehr in Brüssel, als in München auf. Seine große Chance kam 1698, als der kinderlose spanische König den Sohn Max Emanuels, Joseph Ferdinand, zum Universalerben der gesamten spanischen Monarchie machte. Völlig überraschend starb der 7jährige Erbe jedoch 1699. Nun meldeten Frankreich und Österreich Ansprüche auf den spanischen Thron an; Max Emanuel stellte sich auf die Seite Frankreichs und verlor dadurch Bayern, das von den österreichischen Invasoren mit solcher Härte verwüstet wurde, daß es zu Aufständen kam. Als Bauern aus dem Oberland versuchten, München zu befreien, wurden sie in der "Sendlinger Mordweihnacht" blutig niedergeschlagen. Erst nach dem Ende des Spanischen Erbfolgekriegs konnte Max Emanuel 1714 wieder nach Bayern zurückkehren.
In den Niederlanden erwarb Max Emanuel wertvolle Gemälde, die den Grundstock der Alten Pinakothek bilden. In seinem neuen, von Enrico Zucalli erbauten Schloß Schleißheim ließe er dafür einen besonderen Ausstellungsraum, die Grande Galerie, einrichten. Joseph Effner und François Cuvilliés verdanken ihm ihre Ausbildung und erste Aufträge. Max Emanuel war selbst sehr musikalisch, spielte öffentlich Viola da gamba und Orgel.
Mit dem Kommerzkollegium (einer Art Wirtschaftsministerium), einer neuen Steuerveranlagung, der Mooskultivierung und der Förderung des Salzhandels suchte er die von den Krieg schwer belastete finanzielle Lage des Landes zu verbessern. Das Schuldenabtilgungswerk sollten helfen, seinen aufwendigen Lebensstil zu bestreiten.