* Februar 1294 in München
† 11. 10. 1347 in der Nähe des Klosters Fürstenfeld
Grabstätte: Münchner Dom Die Söhne Ludwigs II. nahmen weitere Landesteilungen vor: der ältere, Rudolf I., übernahm die Pfalz, Ludwig IV. Oberbayern und - nach dem Aussterben der Landshuter Seitenlinie 1340 - auch Niederbayern. Im Konflikt mit seinem Bruder setzte Ludwig zunächst auf die Habsburger; durch den Erfolg in der Schlacht bei Gammelsdorf 1313 konnte er ihre Einflußnahme aber zurückdrängen. 1314 wurde er schließlich gegen den Habsburger Fiedrich den Schönen zum Römischen König gewählt; seinen alleinigen Anspruch auf die Königswürde konnte er aber erst nach dem Sieg in der Schlacht von Mühldorf 1322 durchsetzen. Selbst der von Papst Johannes XXII. wegen der Nachfolgeregelung im Reich gegen ihn ausgesprochene Kirchenbann konnte seiner Stellung nichts anhaben.
1328 versöhnte er sich mit Friedrich dem Schönen und machte ihn zum Mitregenten. Ein Jahr später ließ er sich in Rom durch zwei Bischöfe zum Kaiser krönen. In Rhense schlossen sich die Kurfürsten 1338 dem Manifest Ludwigs an, das den gewählten Römischen König unabhängig von einer Anerkennung durch den Papst machte - eine für die Reichsverfassung wichtige Entscheidung.
Kaiser Ludwig machte München zu einem kulturellen und geistigen Zentrum Europas. Berühmte Gelehrte, wie der Philosoph William von Occam, waren an seinem Hof tätig. Er nahm die Kodifikation des Rechts in Angriff und vereinheitlichte die Stellung der Klöster in Bayern. Gleich zu Beginn seiner (Mit-)Regentschaft verlieh er 1302 in der Schneitbacher Urkunde den bayerischen Landständen (d. h. damals den bevorrechteten Rittern) das Privileg der Steuerbewilligung, das bis heute vom Parlament ausgeübt wird. Überall im Reich förderte er die gesellschaftliche und rechtliche Entwicklung in den Städten.
Mit den Nachkommen seines 1329 verstorbenen Bruders Rudolf regelte er im Hausvertrag von Pavia die Erbfolge. Die beiden Linien, die rudolfinische in der Pfalz und die ludovizianische in Bayern, sollten sich im Falle des Aussterbens gegenseitig beerben; in dem wiedervereinigten Territorien sollte München die Hauptstadt sein. Dieser Vertrag kam 1777 nach dem Tod des Kurfürsten Max III. Joseph und 1799 nach dem Tod des Kurfürsten Karl Theodor zum Tragen.
Mit einer weit verzweigten Heiratspolitik sicherte er seine nicht immer einfache Stellung zwischen den europäischen Dynastien und den Päpsten in Avignon. Außerdem verschuf er den Mitgliedern seiner Familie damit herausragende Stellungen im Reich; Wittelsbacher gelangten unter anderem auf die Throne in Holland, Schweden, der Mark Brandenburg oder der Grafschaft Tirol.
Kaiser Ludwig der Bayer starb plötzlich am 11. Oktober 1347 an einem Schlaganfall während einer Bärenjagd bei Fürstenfeldbruck.