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Das Jahr 1866

Die politische Lage in Deutschland wird immer ernster. Das Jahr 1866 geht unaufhaltsam einem Krieg entgegen. Bismarck strebt eine Einigung der deutschen Staaten ohne Österreich an. Rasch wird ein Vorwand gefunden, um gegen Österreich in den Krieg zu ziehen.

Ludwig II. will sich weder auf die Seite Preußens noch Österreichs schlagen. Er will keinen Krieg. Obwohl Ludwig II. gelegentlich Uniform trägt oder vielmehr tragen muß, lehnt er alles Militärische ab.
Er ist ein hervorragender, ausdauernder Reiter. Zwar liebt Ludwig die ritterlichen Ideale, aber ein Teil des Militärs will er nicht sein. Auch beim Tragen der Uniform verweigert er den militärischen Haarschnitt. Ein Verzicht auf seine Lockenpracht kommt für ihn nicht in Frage.

Doch Bayern wird zum Krieg gezwungen. Ein Bündnisvertrag mit Österreich läßt Ludwig keine andere Wahl: Am 10. Mai 1866 befiehlt er die Mobilmachung der bayerischen Armee.

Der 21-jährige Ludwig steht vor großen Problem. Sowohl politisch, diplomatisch als auch militärisch ist er völlig unerfahren. Er ist mit den aktuellen Geschehnissen völlig überfordert. Er will keinesfalls ein Heerführer sein.
So zieht sich Ludwig mit seinem Freund Paul von Thurn und Taxis zurück auf die Roseninsel im Starnberger See. Völlig desinteressiert von den Vorgängen empfängt er weder Minister noch Kabinettssekretäre. Der junge Herrscher widmet sich seiner Traumwelt: Er läßt Feuerwerke abbrennen und sucht in schwärmerischen Briefen an Richard Wagner dessen Nähe als Berater, Mentor und Vater.

Der Krieg wird verloren.
Bayern muß 30 Millionen Gulden Kriegsentschädigung zahlen. Ein geheimes Schutz und Trutzbündnis mit Preußen wird bald entscheidende Bedeutung erlangen. Und obwohl König Ludwig II. mit diesem Bündnis die Herrschaft über sein Militär im Kriegsfall verliert, ist er erleichtert: "Gottlob, daß Friede ist; glücklicherweise sind die Bedingungen besser als zu erwarten stand."

Am Ende des Jahres 1866 unternimmt Ludwig II., seine erste und letzte Besichtigungsreise durch sein Land. Der Besuch von mehreren Städten in Nordbayern wird zum Triumphzug. Der König ehrt verwundete Soldaten mit Feldzugsabzeichen.

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