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Anmerkungen zur angeblichen Homosexualität König Ludwigs II. von Bayern von Peter Glowasz Lila von Bulyowsky hätte die „Bayerische Pompadour“ werden können. Die hübsche Ungarin war eine sehr begabte Schauspielerin. Als Ludwig II. sie einmal nach Hohenschwangau einlud, ist es dort zu Szenen gekommen, bei denen sie alles hätte gewinnen können. Ludwig gestand ihr jedenfalls einmal, dass ihm noch nie eine Frau gehört habe. Sie saßen nebeneinander auf seinem Bett und hatten eben »Egmont« rezitiert. Es war eine Situation, nach der sich Hunderte von Frauen sehnten die Bulyowsky aber gab sich spröde. Er sagte ihr sogar noch, dass er nachts vor Sehnsucht nach ihr nicht schlafen könne, sein Kopf lag plötzlich auf ihren entblößten Schultern und sie schob ihn stumm zur Seite. Später hat sie oft davon erzählt, und das aufrichtige Bedauern, das dabei mitklang, spricht dafür, dass diese Szene von ihr nicht erfunden war. Fest steht, dass die gute Lila für eine Ungarin herzlich wenig Temperament besaß und besorgt war, ihr neues Kleid zu zerknittern. Ein andermal fürchtete sie im regenfeuchten Garten um ihre teuren Schuhe, und als Ludwig ihr frischgepflückte Blumen überreichen wollte, taten ihr wieder die Handschuhe leid. „Sie werden sie in anderer Form bekommen“, lächelte er und schickte sie ihr unter einem Samtrahmen gepresst. „So ein Dreckzeug!“ waren ihre authentischen Worte, hatte sie doch eine Diamantengarbe erwartet. Mit einem Mal war es dann aus, war sie für Ludwig das „Bulyowsky Luder“ geworden, weil er dahinter kam, dass sie im Theater seinen Namen missbrauchte, um die besten Rollen zu bekommen. © by Anton Sailer – Bayerns Märchenkönig 1961 (Seite 55) Bruckmann Verlag
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