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Ludwig II. - Sehnsucht nach dem Paradies
Die Premiere:

Am 7. April 2000 war es soweit. Das Musical über den bayerischen Märchenkönig Ludwig II. hatte in dem neu erbauten Musical-Theater in Füssen Weltpremiere. "Die Sehnsucht nach dem Paradies" wird von 1400 Ehrengästen, darunter Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber, mit einem rauschenden Fest und einem Mitternachts-Feuerwerk gefeiert.
Die Veranstalter riefen und viele, viele kamen. Bei kostenlosem Eintritt, vergnügte sich vor allem die bayerische und besonders die Münchner Schickeria. Politiker, Künstler, Sportler, Schauspieler, Stars und Sternchen gaben sich die Ehre. Sehen und gesehen werden war die Devise. Den meisten ging es sicherlich nicht um Ludwig II. sondern für sie war es ein vergnügliches Event, zu dem hinging, wer dazugehört. Kein Wunder, das echte Ludwig Freunde und Kenner sehr verschnupft sind, dass man Ihren König jetzt auch noch als Musicalstar vermarktet.
An der Spitze der Gästeliste der bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber mit Frau Karin und dem halben bayerischen Kabinett, Ex Finanzminister Theo Waigel mit Ehefrau Irene Epple, Kaiser Franz Beckenbauer und ein weiterer Ex Fussballstar Günther Netzer. Das Haus Wittelsbach, dass dem Musical ihren Segen gab wurde von Prinz Luitpold von Bayern vertreten. Aus der von Ludwig II. nicht geliebten preußischen Ecke gaben Celia von Bismarck und Ehrengard Prinzessin von Preußen sich die Ehre. Aus der Showbranche war als einziger Weltstar Catarina Valente gekommen. Weitere bekannte Gesichter aus Theater, Funk, Fernsehen und Film waren Pumuckl Hans Clarin, Komponist Christian Bruhn, Liselotte Pulver, die Sängerinnen Waltraud Maier und Margot Werner, Anja Hauptmann, von der Lindenstrasse Georg Uecker, die TV Kommissare Udo Wachtveitl und Miroslaw Nemec und die TV Moderatorin Carin Titze, Goldrodler Schorsch Hackl, Löwenpräsident Karlheinz Wildmoser und die Komponisten Harold Faltermeyer und Klaus Doldinger. Fehlen durfte natürlich nicht Rudolph Moshammer, der mit der Mietwagenkönigin Regine Sixt, die im teuersten Kleid des Abends, einer mit Blüten und Perlen handbestickten Robe von Valentino erschien. Dieser kleine Auszug aus der Gästeliste soll genügen.
Um Mitternacht stieg zum üppigen Buffett (Gag; Schwäne aus Brezenteig mit Lachs belegt) ein bravouröses Feuerwerk über dem Forggensee auf. Von den glühenden roten Herzen am Allgäuer Nachthimmel waren alle begeistert. Im Hintergrund, strahlend beleuchtet, die weltberühmten Schlösser Hohenschwangau und Neuschwanstein, die in den sternenklaren Nachthimmel ragen. Vom schön gestalteten Garten, der bis zum Forggensee reicht, konnte die illustre Gästeschar das Spektakel verfolgen. Zwei Wehrmutstropfen trübten den Gesamteindruck des Festes. Der Garten ist noch nicht komplett fertig und im Forggensee war kein Wasser, sondern nur ein riesiges Loch. Das hat sich aber in der Zwischenzeit geändert.
Schade, dass der Kini das nicht erlebt hat, oder hat er doch hinter einem der vielen Sterne wohlwollend oder auch zornig hervorgeguckt? Ich glaube, dem Kini hätt's gefallen.

Eine kleine Episode am Rande: Die Weltpremiere hätte fast ohne Rudolph Moshammer stattgefunden. Die Organisatoren wollten ihn zwar im Vorfeld in den Event einbinden, Mosi hat aber die Wichtigkeit der Veranstaltung nicht erkannt, sich mit den Veranstaltern gezankt und abgelehnt. "Mosi" bekam deshalb auch keine Einladung. Als er zu spät merkte, dass man hier dabei sein muss, ist er einfach ohne Einladung mit Regine Sixt als einer der letzten Gäste erschienen. Die Wachmänner waren aber gnadenlos und verwehrten Moshammer den Zutritt. Es gab Gerangel und Wortgefechte. Dem Machtwort von Kaiser Franz Beckenbauer ("Ja kennen Sie den Interims-Kini net!") gehorchten die Wachtmänner sofort, so konnte Moshammer passieren. Das währe ja noch schöner gewesen, so eine Veranstaltung ohne Moshammer. In die Königsloge, wo er eigentlich hinwollte durfte er allerdings nicht.

Der Chef des Hauses Wittelsbach Herzog Franz von Bayern war allerdings nicht da. Er wird, so teilte das haus Wittelsbach mit, das Musical zu einem späteren Zeitpunkt anschauen.

Schlagzeilen der deutschen Presse:

Die gesamte deutsch Presse hat von dieser Weltpremiere berichtet und sie kommentiert. Hier lesen Sie einige Schlagzeilen über dieses Musical:

"Bayern bebt, der Kini lebt!" - "Erst kifft der Kini, dann taucht er ab!" - "Ludwigs Wahnsinn lässt Geld regnen" - "Bayerns Märchenkönig regiert auf der Musical-Bühne" - "Wie es euch gefällt" - "Königliche Ablenkungsmanöver" - "Blaue Grotte, guter König" - "Jetzt hat auch Bayern sein Royal-Musical" - "Witziger Verschnitt" - "Neues Märchenschloss' verbirgt einen Zauber-See" - "Am Ende steigt der Kini in den beheizten Swimmingpool" - "Die Welt blickt nach Füssen" - "Wir haben unseren Kini wieder" - "Und er ist doch lebendig ..." - "Kunst und Kitsch" - "Der König ist tot - Es lebe der Kini" - "Kini Superstar" - "Der Kini feiert seine Auferstehung" - "Dea ma nix, dram ma schee" - "Kini, Cannabis und Kanapee" - "Der König bleibt trocken" - "Ludwig ertrinkt regelmäßig im 22 Meter langen Becken" - "Der Träumer auf dem Königsthron" - "Gott mit dir, du Land der Schwäne" - "Dem Kini hätt's gefallen" - "Schade, dass der Kini das nicht erlebte" - "Der Kaiser beim König" - "Der Mythos des Märchenkönigs" - "Er taucht wieder auf - 400 mal im Jahr" - "Spektakel in Weißblau" - "Der Kini als Superstar" - "König Ludwig Superstar" - "Hier singt der King" - "Ludwigslust mit Gummibär" - "Tränental im Königswinkel" - "Bayerns Kini Ludwig wird Musicalstar" - "König Ludwig lockt die Massen" - "Der Kini tanzt den Sissiwalzer" - "Im Musical darf Ludwig seine Sissi Küssen" - "Ein König für Japan" - "Ludwigs Lust - Mit Cannabis auf dem Kanapee" - "König zwischen Kitsch und Kunst" - "Königsloge mit Champagner-Bewirtung" - "Kalte Wassergüsse für die Dienerschaft" - "Der Märchenkönig als Musicalstar" - "Nur Montags hat der König frei" - "Ja mei, was die da machen!!!" - "Der Run auf den Kini" - "Ludwig II. geht auf der Bühne baden" - "Der Gesamtkunstwerker" - "Seifenoper mit König" - "Wahnsinn und Sissiwalzer im Lamettenwald" - "Keine Konkurrenz zu den Königsschlössern" - "Wagner erklingt, wenn der König baden geht" - "Ohne Ludwig II. gäbs heute kein Bayreuth" - "Japaner und Amerikaner und der Bayernkönig" - "Bayern hat seinen Märchenkönig zurück" - "Der Kini-Kult oder: Bayreuth und das Ludwig II. Projekt" - "Monarchen bei der Weltpremiere des Ludwigs Musical" - "Stadttheater im Schatten der Königsschlösser" - "Bayern bejubelt weiß-blaue Klischees" - "Der Kini als umfassendes Event" - "Auch als Wasserleiche wahrt der Kini seine Würde" - "König Ludwigs Musical-Hall" - "Es lebe der Kitsch" - "Disney im Alpenland" - "Spektakel in Weißblau" - "Blaue Grotte, guter König" - "Heute ein Märchenkönig" - "Tod des Märchenkönigs als Millenniums-Event" - "Vanille und Urgestein" . "Hummelskitsch" - "Stepptanz in Lederhosen" - "Von Kitsch bis Kunst; Der Mythos des Märchenkönigs ist für Geschäfte gut" - "Schlittenfahrt am Stausee" - "Vorhang auf für König-Ludwig-Spektakel" - "Märchenkönig Ludwig als Musical-Star am Originalschauplatz" - "Vorhang auf für König Ludwig-Spektakel" - "Willkommen in Ludwigsland" - "Glas und Stahl statt Samt und Seide" - "Der Kini als Dreamkönig" - "Ludwig II.: Ein Leben zwischen Schein und Sein" - "Um-ta-ta für ein Herz aus Gold" - "König Ludwig Gefühle mit Zusatzgeschäft" - "Ein Tümpel für den Bayern-Kini" - "Königliches Rührei" -

Die überwiegende Meinung der Presse war positiv, man bewunderte die Pracht der Bühnenbilder und die schönen Melodien. Ein Kunstwerk sei es keins, aber Kitsch ist es auch nicht. Man erkennt den Unterhaltungscharakter an und stellt fest, dass es ein Event und kein Geschichtsunterricht ist.

Mein Musicalbesuch:

Lange schon hatte ich meine Karten bestellt um diesem Ereignis beizuwohnen, einem Ereignis, von dem ich seit vielen Jahren träume. Seit die Musicalwelle in Deutschland boomt, seit Cats, Evita, Jesus Christ Superstar, Phantom der Opera, Sissi und die vielen anderen Musicals Massen anziehen, warte ich darauf, dass einer kommt und das bayerische Thema aufgreift, das Erfolg haben muss; Ludwig II. König von Bayern.
Ich befasst mich seit fast 40 Jahren mit dem Thema "Ludwig II.", habe so gut wie alles gelesen, was darüber geschrieben wurde und das ist nicht wenig. Ich habe alle Filme und Fernsehdokumentationen gesehen und nun sollte auch noch ein Musical hinzukommen.
Nun war es endlich soweit. Am Abend des 6. Mai reiste ich mit meiner Frau und ein paar Freunden in Füssen an. Unser Hotel stand direkt am Ufer des Forggensees, nur ein paar hundert Meter vom Ort des Geschehens entfernt.
Es war schon halbdunkel als wir im Hotel Sommer in Füssen ankamen. Nach dem Abendessen machte sich unsere Gesellschaft auf, um einen Spaziergang zum Musical-Theater zu machen und um sich ein bisschen einzustimmen. Einen leichten Schock bekam ich, als an der Stelle, an der ich noch im letzten Jahr, einen mächtigen See sah, nur ein wasserloses hässliches Loch vorfand. "Der Stausee ist noch nicht geflutet" sagte man uns. Man hatte Angst, dass es wieder zu einer Überschwemmung kommt, wenn weiteres Wasser aus den Bergen in den bereits gefüllten Stausee läuft. Deswegen wurde in diesem Jahr später geflutet.
Es war ein milder Abend. Auf einem schön angelegten breiten Kiesweg, der direkt am nicht vorhandenen See entlang führt spazierten wir zu dem prächtig aussehenden Theater. Links und rechts versteckte Lampen beleuchten den Weg den wir gehen. Regungslos stehen am Rande des Weges schattenhafte Gestalten. Beim näherkommen merkten wir, dass es sich um Figuren handelt, die entlang des Weges aufgestellt wurden. Am Theater angekommen sieht man, wie prachtvoll alles geworden ist. Eine architektonische, den Plänen Sempers nachempfundene Glanzleistung. Eine 150 Meter breite Glasfront ziert die Garten- und auch Seeseite, wenn auch vom See nichts zu sehen ist. Zwischen Theater und Seeufer hat man einen prachtvollen Barockgarten angelegt, der aber noch nicht in voller Blüte steht. Im Garten selbst stehen Ruhebänke, Springbrunnen und beleuchtete Kunstobjekte. Die beiden Badewannen aus Kissingen, in der Ludwig während mehrerer Kuren gebadet hat, stehen jetzt als Springbrunnen umgearbeitet mitten im Garten. Steht man in diesem Garten, hat man einen grandiosen Panoramablick auf die nur 4000 Meter Luftlinie entfernten Schlösser Neuschwanstein und Hohenschwangau. Wir betreten das Theater. Eine Brunnenfigur empfängt uns im Eingangsfoyer. Zwei arkadenartige Foyers, geben dem Mittelbau einen feierlichen Rahmen und bieten große Flächen für verschiedene Zusatzangebote. Es gibt eine reichhaltiges Gastronomie-Angebot mit Romantikrestaurant im verspiegelten Ballsaal und Pano-ramasaal mit drei Salons, ein Classic-Cafe, einem bayerischen Biergarten und einer 30 Meter langen Champagnerbar. Natürlich gibt es auch einen Theatermarkt mit exklusiven Souvenirs und Geschenken. Von Gummischwänchen (als Ersatz für Gummibärchen) über Postkarten bis zu edlem Porzellan ist alles mit dem entsprechenden Ludwig Outfit zu bekommen. Man kann sich sogar in stilechter Kleidung auf einer nachgebauten Schlossbrüstung fotografieren lassen. Das alles war faszinierend und ließ uns dem nächsten Abend entgegenfiebern.

Den ganzen nächsten Tag, es war Samstag den 7. 05. 2000, verbrachten wir in dem kleinen Flecken Hohenschwangau. Bei strahlendem Sonnenschein wanderten wir um den Alpsee und besuchten die beiden Schlösser Neuschwanstein und Hohenschwangau. Das Ereignis rückte immer näher. Um 18.00 Uhr hatten wir im Romantik-Restaurant des Theaters einen Tisch bestellt um uns vor dem Beginn des Musicals zu stärken. Das Essen war gut, die Preise angemessen. Um 19.00 begaben wir uns in die VIP-Lounge, denn wir hatten Plätze in der Königsloge reservieren lassen. Für die Gäste in der Königsloge, es waren 50 Stück, gab es eine extra Garderobe, extra Toiletten und außerdem wurden wir sofort mit Champagner und anderen Getränken empfangen, alles kostenlos selbstverständlich. Auch in der Pause des Musicals wurden die Gäste der Königsloge auf das beste mit Speise und Trank bewirtet und das ebenfalls kostenlos. Rechtzeitig zum Beginn nahmen wir unsere Plätze ein. Die Zuschauer haben auf allen Plätzen eine hervorragende Sicht, der Abstand zum Vordermann war auch genügend groß, nur die Stühle waren bzw. sind nicht sehr bequem.
Dann, kurz nach 19.30 Uhr öffnet sich der blaue Bühnenvorhang mit den beiden silbernen Schwänen darauf, das Spiel beginnt.

Was jetzt ablief war ein Traum von einem Musical. Man muss nicht unbedingt Ludwig mögen, wenn man dieses Musical besucht. Die Schauspieler waren gut und mit Freude und Begeisterung bei der Sache. Außer Dietz-Werner Steck (Kommissar Bienzle im Tatort) habe ich keine bekannten Schauspieler entdeckt, was ich aber nicht als negativ empfand.
Die Musik die Franz Hummel schrieb war erfreulich gut und leicht verständlich für die Ohren der Zuschauer. Geradezu genial, wie er sich zwischen Stephen Sondheim und der romantischen Oper bewegt und am Ende doch den echten Musical-Ton trifft. Es wurden eine Menge Stilrichtungen verarbeitet. Die Bandbreite erstreckte sich von Wagnerklängen bis zur bayerischen Blasmusik. Köstlich sind seine Paraphrasen von Walzer und Ur-Bayerischem, auch sein Lederhosen Step. Fast frivol ist, wenn sie Prinzessin Sophie die Barcarole aus Offenbachs "Hoffmanns Erzählungen" so falsch singt, dass sich Ludwig II. vor Schreck entlobt. Die Lieder und der Gesang sind sehr eingängig; mag sein; dass der eine oder andere Song einmal zum Evergreen wird, wie z. B. "Der Immobilien Song". Für das Auge wurde eine Menge geboten. Heinz Hauser, der Bühnenbildner, spuckt in Bestzeit immer wieder neue phantastische Bühnenbilder, 29 an der Zahl, aus. Seine zauberhaften Kulissen treiben die Besucher schier zu Euphorie. Die Kostüme, einfach fantastisch.
Die Technik war vom Feinsten. Es gab immer wieder verblüffende Effekte zu sehen. Eine Ballonfahrt um die Welt; eine nächtliche Schlittenfahrt mit zwei echten Schimmeln; der König in der Eisgrotte und Ludwig im Opium Rausch in seinem Schloss auf dem Schachen. Da ist auch noch Richard Wagner, ein charmanter Schnorrer, der den König schwer enttäuscht, als dieser ihn während einer Privataufführung der Oper "Siegfried", in flagranti erwischt, als er auf der Bühne Cosima Cosima von Bülow vernascht. Da es in einem Musical auch ein Liebespaar geben muss, hat man sich die Freiheit genommen Ludwig und Sissi zu verbandeln (sie durften sich sogar küssen), was in Wirklichkeit allerdings niemals der Fall gewesen ist.
Mystisch bleibt die Schlüsselszene mit dem verzweifelten König, der im Starnberger See den Tod findet. Ganz allein steht Ludwig am Ufer des nachgebauten Starnberger Sees. Die Kulisse färbt sich violett. Seine intriganten Minister nahmen im kurz zuvor seine Königsinsignien, seinen Hermelinmantel (Herstellungskosten 25.000,00 DM) und seine Krone. Dann schreitet er bis zu den Knien in das 22 Meter lange Bassin. Im 26 Grad warmen Wasser singt er die letzten Zeilen, die vom echten Ludwig überliefert sind: "Ein Rätsel wird auf ewig euch verbergen, wer ich bin. In der Erinnerung erwacht mein Paradies und ruft nach mir." Danach versinkt der König im See.
Zum Schluss minutenlanger tosender Applaus von einem dankbaren Publikum. Als Resümee kann ich nur feststellen. Manche Kritiker haben Recht, wenn Sie sagen das war alles Kitsch. Auch die Umweltschützer haben recht, wenn Sie gegen den Bau des Theaters waren, weil angeblich Natur zerstört wurde. Viele Königstreue haben auch Recht, wenn Sie gegen dieses Musical sind, weil es nicht das wahre Leben Ludwigs darstellt. Ich, der seit vielen Jahren ein glühender Ludwig Verehrer und Forscher bin sage Ihnen:

"Das Stück war nicht nur gut, sondern saugut".

Die Macher des Musicals wollten doch keinen Geschichtsunterricht geben, sie wollten doch nicht die historische Wahrheit, die eh keiner kennt, auf die Bühne bringen, sie wollten ihrem Publikum nur einen wunderschönen Abend bereiten, und das ist Ihnen gelungen! Man muss nicht Bayer sein, um von diesem Musical begeistert zu sein - aber man kann.

Erich Adami

Magische Bilderwelten und romantische Musik:

"Ludwig II. - Sehnsucht nach dem Paradies" ist eine Hommage an den bayerischen Märchenkönig. Das Musical erzählt mit allen Mitteln der Theaterkunst seine tragisch-dramatische Lebensgeschichte: Kronprinz Ludwigs allzu frühe Inthronisierung, die unglückliche Liebe zu seiner Cousine Sissi, der österreichischen Kaiserin, seine rauschhafte und später enttäuschte Freundschaft zu Richard Wagner, seinen Rückzug in die Traumwelten der Schlösser und Burgen, seine Absetzung und seinen rätselhaften Tod. Zu erleben ist kein Historienspiel, sondern ein phantastisches Drama. Bayerns "Märchenkönig" Ludwig II. wird als Visionär lebendig, der Traum und Technik zu versöhnen versucht. Die Zerrissenheit zwischen den Ansprüchen der kriegerischen Realität und der Sehnsucht nach einer harmonischen Welt der Kunst begleitet ihn bis an sein Ende. Mit dem Menschen Ludwig kommen uns auch die Großen seiner Zeit nahe: Sissi und ihre Schwester Sophie von Bayern, die großen Komponisten Wagner und Liszt, der eiserne Kanzler Bismarck und der Schauspieler Kainz.
Der Komponist Franz Hummel zieht alle Register seiner Kunst: der üppige Klang eines großen spätromantischen Opernorchesters begleitet König Ludwig in seine Traumwelt. Seine Sehnsüchte drückt er in Liedern von klassischer Schönheit aus. Die Minister halten mit einer original bayerischen Blasmusik-Kapelle dagegen. Rhythmische Akzente setzt ein exotischer Chor. Arien, Couplets und Schnaderhüpferl, Polka und Walzer erzählen das Melodrama eines musikbegeisterten Königs. Der New Yorker Choreograph John Carrafa setzt das gesamte Ensemble in Bewegung, in rauschenden Ballszenen und einem entfesselten Bacchanal.

Die historischen Traumwelten des Märchenkönigs werden auf der Bühne in magische Bilder transformiert: in 29 Szenerien entfaltet sich das Musical. "Ludwig II. - Sehnsucht nach dem Paradies" zaubert die ungeheure Spannweite der königlichen Visionen zwischen Sein und Schein auf eine große Drehbühne. So wechseln poetisch-realistische Bilder mit scherenschnittartigen Reliefs, große Illusionen im Kulissenstil des 19. Jahrhunderts mit künstlerisch verwandelten Räumen, Projektionen mit Effekten allerneuester Theatertechnik. Dabei trägt dieses Zaubertheater die unverkennbare und eigenwillige künstlerische Handschrift des Bühnenbildners Heinz Hauser.

Inhaltsangabe:

I. Akt: München, 1864
Ein endloser Trauerzug begleitet den Sarg des bayerischen Königs Maximilian II., darunter sein Sohn und Thronfolger Ludwig II. In einer Kirche erscheinen dem jungen König drei schwarze Nymphen. Sie weissagen ihm einen steinigen, einsamen Weg, warnen ihn vor Wasser, Weibern, Staatsgeschäften und ermutigen ihn, seine Träume zu verwirklichen und phantastische Schlösser zu bauen.
Im Audienzsaal der Residenz werden Ludwig und seinen Ministern die neuesten Waffen vorgeführt. Man hofft, die Kriegsbegeisterung des Königs wecken zu können. Da kommt ein preußischer Gesandter und will die Bayern für einen Krieg gegen Österreich gewinnen. Die Minister brüskieren ihn. Ungeduldig erwarten sie die Regierungserklärung ihres Königs, er aber singt von einem friedlichen, der Kunst geweihten Bayern.

II. Akt: Bad Kissingen
Im prunkvollen Ballsaal des bayerischen Kurorts vergnügen sich die gekrönten Häupter Europas und ihr Hofstaat im Walzertakt. Ludwig und seine Cousine Elisabeth gestehen einander ihre Liebe, obwohl sie um deren Aussichtslosigkeit wissen. Die schöne Kaiserin von Österreich und der König träumen von einem fernen Paradies. Daraufhin begegnet Ludwig dem Komponisten Richard Wagner, für dessen sagenhafte Opern er schwärmt. Die Minister beobachten mit Argwohn, was der König dem verschuldeten Komponisten verspricht. Listig erzwingen sie von Ludwig, im Namen der Staatsraison, die Verlobung mit Sissis Schwester Sophie, die aber bereits heimlich in den jungen Hoffotografen Hanfstaengl verliebt ist.

III. Akt: Residenz
Ludwigs kleiner Bruder Otto spielt Krieg mit seinen Zinnsoldaten - und erleidet dabei einen Wahnsinnsanfall. Der König erkennt seine Ohnmacht gegenüber der Kriegspolitik seiner Minister und sucht Trost in der Musik.
Im Musikzimmer singt Sissi, begleitet vom Hofkapellmeister von Bülow, für Ludwig das Lied von Adler und Möwe, ein Sinnbild ihrer vergeblichen Liebe. Auch Sophie lässt sich zum Gesang auffordern, singt aber absichtlich falsch und bringt Ludwig dazu, die Verlobung aufzulösen. Glücklich fallen sich Sophie und Hanfstaengl in die Arme - sie haben ihr Paradies gefunden.
Für den König liegt in Wagners Musiktheater die Zukunft der Musik. Nach der Separatvorstellung einer neuen Oper des angebeteten Meisters überrascht Ludwig den Komponisten mit Bülows Gattin Cosima in flagranti und fühlt sich nun von aller Welt betrogen. Da eröffnen ihm die Nymphen ein neues Lebensziel - die Traumwelt der Königsschlösser.

IV. Akt: Schlösserwelt
Auf der Baustelle von Schloß Neuschwanstein kommentieren die Minister die Baupläne des Königs. Fürst Bismarck kauft Ludwig mit der Zustimmung zur Gründung des Deutschen Kaiserreichs zugleich die Souveränität ab. Als Gegenleistung erhält der bayerische Monarch die finanziellen Mittel, seine architektonischen Phantasien weiter zu verwirklichen. Ludwig verwandelt sich in den Märchenkönig, der nächtliche Schlittenfahrten unternimmt, in exotischem Ambiente Gelage veranstaltet und sich schließlich in einem Ballon um die Welt träumt. Nicht einmal Sissi gelingt es, Ludwig seinen weltfernen, einsamen Phantasien zu entreißen. Unterdessen fassen die Minister den Entschluss, den König für verrückt zu erklären und abzusetzen.
V. Akt: Grotte und See
Im Schutz seiner kristallenen Grotte wird der König zum Regisseur, der seine Helden Lohengrin und Siegfried in einem orgiastischen Bacchanal in Szene setzt. Immer mehr wird Ludwig selbst Teil seiner Inszenierung. Falsche und echte Freunde erscheinen ihm im Rausch der Erinnerung, mit Sissi singt er ein Liebesduett.
Doch seine Feinde, die Politiker und Beamten, wollen ihn verhaften und stoßen ihn aus diesem letzten phantastischen Traum. Da kommt ihnen der König zuvor. Nach einem Donnerschlag übergibt Ludwig den Ministern seine königlichen Insignien Krone, Zepter und Mantel.
"In der Erinnerung erwacht mein Paradies und ruft nach mir" sind die letzten Worte des Märchenkönigs am Ufer des Starnberger Sees. Das hymnische Finale kann beginnen.

Das Musical Theater Neuschwanstein
Das außergewöhnliche Bauwerk, das nur für dieses Musical erbaut wurde, zeichnet sich durch eine bemerkenswerte Architektur an einem eindrucksvollen Standort aus: Es entsteht auf einem 45.000 m2 großen, eigens aufgeschütteten Grundstück im Forggensee. Für diese neu entstandene Fläche wurden 70.000 m3 Kies aus dem Stausee verschoben. Vom gesamten Theaterbau sowie den großzügigen Garten- und Parkanlagen eröffnet sich dem Besucher ein grandioser Panoramablick über den See auf die Allgäuer Alpen und die Königsschlösser Neuschwanstein und Hohenschwangau.
Das Musical Theater Neuschwanstein ist ein fünfteiliger Baukörper mit einer 150 Meter langen Glasfassade, bestehend aus zwei Seitenflügeln mit Kopfbauten und einem 32 m hohen Haupthaus. In enger Abstimmung mit den Autoren wurde der Bau von Josephine Barbarino entworfen. Der Entwurf orientiert sich an den Plänen des von Gottfried Semper für König Ludwig II. und Richard Wagner geplanten, aber nie realisierten Festspielhauses in München und somit auch am Festspielhaus Bayreuth. Auch die Verwandtschaft mit dem Münchner Prinzregententheater ist kein Zufall.
Im Mittelgebäude befindet sich der Theatersaal mit insgesamt 1.380 Sitzplätzen, deren Anordnung in Amphitheaterform von jedem Platz optimale Sicht- und Hörverhältnisse gewährleistet. Wie beim Bayreuther Festspielhaus folgt auch das Musical Theater Neuschwanstein dem Konzept des Zuschauerraums ohne Mittelgänge. Der Vorteil: Zwischen den Sitzen ist keine Notbeleuchtung mehr nötig, das Publikum wird vom Bühnengeschehen magisch angezogen.
Ein kleines Juwel, ideal für geschlossene Veranstaltungen, ist die 50 Gäste fassende Königsloge. Im dazugehörigen Salon im maurischen Stil werden die Gäste individuell bewirtet. Von hier aus, in direkter Achse zum Schloss Neuschwanstein, haben sie den schönsten Panoramablick auf Forggensee, Alpen und Schlösser.
Besonders beeindruckend ist die Dimension des Bühnenhauses, die die Größe des Zuschauerraumes noch übertrifft: es bietet mit der zweitgrößten Drehbühne in Deutschland (nach der Oper Frankfurt/M.) und einer Bühnentiefe von bis zu 36 m viel Raum für opulente Bilder. Geplant wurde die technische Ausrüstung von Gero Zimmermann, dem langjährigen technischen Direktor der Bayreuther Festspiele.
Zwei arkadenartige Foyers, inspiriert von den Orangerien klassischer Schlösser, geben dem Mittelbau einen feierlichen Rahmen und bieten große Flächen für verschiedene Zusatzangebote, die die Besucher schon ab 11 Uhr vormittags nutzen können: Es gibt ein reichhaltiges Gastronomie-Angebot mit Romantik-Restaurant, Classic-Café, einem typischen Biergarten und einer 30 m langen Champagner-Bar im Hauptfoyer. Alle Foyerbereiche bieten einen direkten Blick auf die Königsschlösser. Themen-Shops, das Museum der Träumer, das Prinzenzimmer, Backstage-Touren, Making-of- Filmvorführung und nicht zuletzt der barocke Paradiesgarten, der den Uferbereich mit den Bootsanlegern erschließt, lassen das Musical Theater Neuschwanstein zu einer Erlebniswelt werden.
Seit Beginn der Planung für das Musical Theater Neuschwanstein wurde großer Wert darauf gelegt, den Theaterneubau harmonisch in seine umliegende Naturlandschaft einzufügen. Die Umweltschutzmaßnahmen spielten dabei eine ebenso wichtige Rolle wie die Ausstattung mit modernster Technik im Theater, in der Gastronomie und in den Serviceeinrichtungen. Für die Aufschüttung des Grundstücks im Forggensee wurde ein Gebiet ausgewählt, das in der Bauleitplanung seit Jahren für Sport- und Freizeitanlagen zur Aufschüttung vorgesehen war. Der Kies für die Grundfläche stammt ausschließlich aus dem Forggensee, der im Sommer als Stausee, im Stausee, im Winter für den Kiesabbau genutzt wird.

Die Musical-Macher:

Stephan Barbarino Intendanz und künstlerische Gesamtleitung, Regisseur
Franz Hummel Komponist
Heinz Hauser Bühnenbildner
Joachim Herzog Kostümbildner
John Carrafa Choreograph
Bartholomew Berzonsky Dirigent
Wolfgang Ellers Sound
Thomas Roscher Licht
Barbara Karger Co-Regie, Bewegungsregie
Jan Linders Dramaturg
Josephine Barbarino Entwurf und baukünstlerische Leitung

DATEN und FAKTEN:

Allgemeines:
· Ort: Füssen im Allgäu, zwei Kilometer nördlich des Zentrums an der B16.
· Gebäude: Musical-Theater am Ufer des Forggensees mit Blick auf Schloss Neuschwanstein
· Anzahl der Vorstellungen pro Jahr: ca. 420 ( 8 Vorstellungen pro Woche, davon 2 nachmittags)
· Aufführungen: Dienstag - Samstag, 19.30 Uhr; Samstags auch 14.30 Uhr; Sonntags 13.00+18.00 Uhr.
· Aufführungsdauer: ca. 3 Stunden mit einer 45minütigen Pause
· Preise: Zwischen 85,00 und 230,00 DM
· Das Theatergebäude mit den Königswelten ist ab 11 Uhr vormittags geöffnet

Musical Theater Neuschwanstein:
· Grundstücksfläche: 45.000 m2, neu aufgeschüttetes Grundstück im Forggensee
· Entwurf und baukünstlerische Gesamtleitung: Josephine Barbarino
· Grundsteinlegung: 25. August 1998
· Richtfest: 23. April 1999
· Welturaufführung: 07. April 2000
·
Investitionsvolumen:
· Gesamt: 74 Mio. DM
· Baukosten: 42 Mio. DM
· Produktionskosten: 32 Mio. DM

Zuschauerraum:
· Sitzplätze: 1.380 (davon 940 im Parkett, maximal 8 Rollstuhlplätze möglich)
· Sitzplatzanordnung: Parkett in Amphitheaterform, durchgehende Sitzreihen,
· 2 Ränge (Logenrang und Balkon)
· Königsloge mit Salon und individueller Bewirtung (52 Sitzplätze)

Musik:
· Musikrichtungen: klassisch-romantischer Orchesterklang,
· bayerische Blasmusik,
· Big Band,
· symphonischer Chor, Arien, Couplets, Schnaderhüpferl, Polka und Walzer
· Besetzung: Symphonie-Orchester / Blas-Orchester / Bühnenmusik (Soloinstrumente / Chor)

Ausstattung und Bühnentechnik:
· 29 verschiedene Bühnenbilder
· 41 Damen-, 111 Herrenkostüme nach zeitgenössischen Originalvorlagen
· Drehbühne mit 28 m Durchmesser (zweitgrößte Deutschlands, größte Musical-Bühne Deutschlands)
· Bühnentiefe 35,50 m
· Gesamtfläche Bühne: 1.194 m2
Hauptbühne 407 m2, Hinterbühne mit Säulenumgang 557 m2, 2 Seitenbühnen je 115 m2
· Maximale Portalhöhe/ -breite: 9,60 m / 17,30 m
· Obertitel am Bühnenportal in den Sprachen Englisch, Italienisch, Japanisch, Französisch

Haupthaus mit Bühne und Zuschauerraum:
· Länge: 78 m
· Breite: 48 m
· Traufhöhe: 19,90 m
· Firsthöhe Bühnenturm: 31,0 m

2 Seitenflügel mit Kopfbauten, jeweils:
· Länge: 55,50 m
· Breite: 21,0 m
· Traufhöhe Seitenflügel: 6 m
· Traufhöhe Kopfbau: 9,80 m

Mitarbeiter:
· Gesamtzahl: ca. 300
· Management, Verwaltung: ca. 18
· Theatermanagement: ca. 12
· künstlerische Mitarbeiter: ca. 70
· Marketing/ Vertrieb: ca. 30
· Kartenservice, Buchungsservice, Besuchrebetreuung: ca. 30
· Technik, Service und Hausverwaltung: ca. 70
· Gastronomie: ca. 70

Kartenvorverkauf:
· Über die Ludwig Musical-Tickethotline 01805/ L.U.D.W.I.G
(01805/ 58 39 44, 0,24 DM/Min) sowie über weltweit 5.700 Start/Kart-Reisebüros und die Vorverkaufsstellen von München Ticket

Internet-Homepage:
· http://www.ludwigmusical.com

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