13. Februar: Manipulationen am "Kini" Sarg? Geheime Guglmänner-Organisation sieht Theorie vom Mord an Ludwig II. bestätigt. Für die Guglmänner seiner Majestät König Ludwig II. hat sich die Überzeugung, dass der legendäre Bayernherrscher nicht im Starnberger See ertrunken, sondern erschossen wurde, pünktlich zum 114. Todestag Ludwigs II. am heutigen Dienstag erhärtet. Mit einer Kamera, die sie unter den Sarkophag des Königs in der St. Michaelskirche in München schoben, haben sie ein Loch im Sarg festgestellt. Die Guglmänner-Organisation glaubt, dass der Leichnam entfernt und außerhalb der Stadt in einem Kloster eingemauert wurde. Angeblich mussten die Verantwortlichen aus Angst, die Öffentlichkeit könnte der Lüge um Ludwigs Tod über die Feststellung von gesplitterten Knochen auf die Spur kommen, in den 30er Jahren den Leichnam heimlich entfernen. Mit Gewalt sei der Boden ausgelöst und dabei erheblich beschädigt worden. Das grosse fast mittige Loch sei hernach angeblich notdürftig mit Lehm zugeschmiert worden. Allein diese Lehmverschmierungen deutete auf extreme Zeitnot bei dieser heimlichen Aktion hin, davon sind die Guglmänner überzeugt. Die Fotos stellten alles, was bisher über den Tod des "Kini" geagt wurde, auf den Kopf, so die Guglmänner: "Der Tod des Königs muss nun in einem völlig neuen Licht gesehen werden."
Quelle: Dieser Artikel stand am 13. Juni 200 im Münchner Merkur. 15. Februar: Experten sind, sich sicher: Ludwig II. wurde erschossen Diskussion zum 114. Todestag des Märchenkönigs "Die Erinnerung ist ein Paradies": Diese Worte haucht der in Füssen zum Musicalstar avancierte Märchenkönig Ludwig II. bevor er allabendlich in den Fluten des Bühnensees verschwindet. Der Satz ist aber auch programmatischer Ansporn für Intendant; Stephan Barbarino, das Theater im Gespräch zu halten. Anlass bot sich mit dem 114 Todestag von Ludwig am Dienstag. Eine Expertenrunde diskutierte am Abend auf der Bühne des Theaters, warum sie welche Version zum Tod des bayerischen Regenten für plausibel halten. Doch auch nach zwei Stunden blieb "Ludwigs Tod ein ewiges Rätsel" ? so hieß auch der Titel der Veranstaltung. Für die Moderation war Petra Schürmann vom Bayerischen Rundfunk angereist. Nicht präsente Namen, als sie die Gäste vorstellte, und Fragen mit flachem Hintergrundwissen waren dabei geneigt, den knapp 300 Besuchern im Saal einen, Eindruck von den Reisestrapazen zu vermitteln, die schon der "Kini" beim Trip aus der Landeshauptstadt in den Königswinkel hat auf sich nehmen müssen. Die Strecke zwischen München und Neuschwanstein spielte denn auch eine Rolle, als es um den Sterbeort ging. Professor Hannes Heindl, Vorsitzender des König?Ludwig?Clubs München, plädierte nämlich für eine Korrektur des Todesdatums. Der König sei nicht am 13., sondern schon am 9. Juni 1886, dem Tag seiner Entmündigung, im Märchenschloss am Forggensee (Hierbei handelt es sich sicherlich um einen Druckfehler. Es kann sich höchstens um den Alpsee handeln, da es den Forggensee damals noch gar nicht gab). umgebracht und in Schloss Berg durch ein Double ersetzt worden. "Der König wollte fliehen, Gudden wollte ihn aufhalten, sie haben, gerungen, dabei hat Ludwig Dr. Gudden erwürgt",: sagte Cornelia Seeger ? die Ur-Ur?Enkelin von Dr. Bernhard Gudden, dessen psychiatrisches Gutachten das, Ende von Ludwigs Regentschaft bedeutete. Sie verlegte das Drama an den Starnberger See. So sei der Tod ihres Ahns in der Familie überliefert worden. Ob Ludwig danach erschossen wurde, wusste Seeger nicht zu sagen.,
Spiritistisch wurde es, als Theaterchef Barbarino von einer Seance in der Grotte von Schloss Linderhof erzählte. Dort habe ihm ein Medium berichtet, dass Ludwig Transport von Neuschwanstein nach Berg aus der Kutsche geflohen und von der Wache erschos-sen worden sei. "Erschossen auf der Flucht" lautete auch das Urteil von Ludwig Forscher Dr. Wolfgang Müller. Geschehen sei das aber am Starnberger See. Mehr auf den Obduktionsbericht - der diagnostiziert Tod durch Ertrinken, weise aber "kriminalistische Mängel" auf ? wollte sich Professor Wolfgang Spann, Gerichtsmediziner an der Universität München, verlassen. Gemeinsamkeit herrschte nur in einem. Punkt: Ein Suizid Ludwigs erschien allen als unwahrscheinlich. Quelle: Dieser Artikel stand am 15. Juni 200 im Münchner Merkur. Er wurde geschrieben von Tobias Schuhmacher. 19. Februar: Königstreue erinnern an den "Kini"
Royalisten aus England, Frankreich und Kanada sind gestern nach Berg an den Starn-berger See gepilgert um mit bayerischen Königstreuen König Ludwig II. zu gedenken. Der "Märchenkönig" und Erbauer von Schloß Neuschwanstein kam am 13. Juni 1886 unter ungeklärten Umständen im Starnberger See ums Leben. In der Votiv Kapelle im Schloss-park zu Berg hielt der Münchner Künstler-Seelsorger Pfarrer Reiner Heppler den Gedenkgottesdienst. Umrahmt wurde die Messe von der Bläsergruppe Berg. Günter Wein-zierl, Vorsitzender der "Vereinigung König Ludwig II." hielt die Gedenkansprache. Zahlreiche Trachtengruppen und Traditionsvereine kamen mit ihren Fahnen zu dem Treffen. Als Vertreter des Hauses Wittelsbach nahm Prinz Leopold von Bayern mit Sohn Constantin an der Feierstunde teil.
Quelle: Dieser Artikel stand am 19. Juni 2000 im Münchner Merkur. Zusammengetragen von Erich Adami.
|